Story 1: Mahlzeit!

Die drei Reifezeichen ???
und das Tal des Schreckens

Hallo Mama!

“Seid ihr schon beim Mittagsbrei?” Wie du weißt, klebt diese Frage seit Wochen an uns wie kalte Pastinake. Doch es ist für mich keineswegs leicht, in den Breimodus zu kommen. Das liegt natürlich nicht an mir. Vielmehr sind es die “Reifezeichen der Beikosteinführung”, die mir einen Strich durch die Rechnung machen: Ich kann weder den Zungenstoßreflex unterdrücken, noch Auge, Hand und Mund koordinieren. Und das aufrechte Sitzen klappt überhaupt nicht. Babywippe zählt nicht?

Während andere Kinder bereits die Backen voll Brokkoli haben, macht mein 5 Monate alter Zungenstoßreflex, was er möchte. Also harren wir sill und endlos stillend im erlauchten Kreis der Breifähigen aus, umgeben von einer Armada an winzigkleinen Plastikdöschen, die selbst einer einzelnen Erdbeere ungematscht Platz bieten. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten, Milch zu trinken und weiterhin stundenlang nach dem perfekten Lätzchen zu googeln.

Eat, pray, schluck

6 Monate. Ich sitze im Hochstuhl und bin mehr als bereit für den ersten Brei. Nichts kann mich mehr aufhalten, auch nicht das neue Ganzkörperlätzchen aus atmungsaktivem Öko-Plastik. Ich packe den Löffel und zerre am Schälchen. Essen, essen, essen! Du lachst mich stolz an, summst hoch zufrieden ein Lied und tust das, was alle Mütter in dieser Situation tun: Du greifst erst einmal zum Waschlappen.

Weg mit dem überflauschigen Frottee, weg, weg, weg. Vehement wedel ich mit meinen speckigen Ärmchen gegen den Waschlappen an - und fege versehentlich die Breischale vom Tisch. Die prallt zuerst mit Wucht gegen den Küchenschrank und kullert dann langsam und lauwarm über den Boden. Was für ein Schauspiel. Selbst die Wand ist mit orangefarbenen Sprenkeln übersät.

Bild: Shutterstock

Ich denke, wir haben jetzt zwei Möglichkeiten, Mama: Entweder wir streichen die Küchenwände schnell karottenrot. Oder wir machen mit Pastinake in dezentem Off-White weiter.

Natürlich hast du deinen eigenen Kopf. Ungeachtet der Konsequenzen wählst du Kürbis aus dem Gläschen. So geht es jetzt ans Eingemachte: Schnabel auf, Zungenstoßrefelex unterdrücken, schlucken, geschafft, sehr lecker. Das Ganze wiederholen wir drei Mal, dann hältst du es nicht mehr länger aus. Ruckartig schießt deine Hand nach vorne - und wie aus der Pistole geschossen packt mich nach 1 Schrecksekunde das weiße Grauen:
das Feuchttuch.

Aber sei unbesorgt, Mama - diesmal wird alles halb so schlimm. Kürbisrot ist ein echter Hingucker an der Wand und außerdem weiß ich jetzt, wo du gut herwischen kannst.
Ich werde perfekt zielen, versprochen.

Liebe Grüße!

Rund um die Beikosteinführung

Möhrchen immmer zuerst? Muss nicht.

Beim Thema Beikosteinführung denken alle direkt an die gute Karotte. Kein Wunder, denn das schlanke Gemüse ist ziemlich bekömmlich, vitaminreich und hat einen angenehmen, leicht süßlichen Geschmack. Doch schon unsere Omas wussten: Möhrchen sind bei Durchfall das Hausmittel Nummer eins. Wer also bei der Beikosteinführung mit Karotten beginnt, muss eventuell bei seinem Baby mit Verstopfung rechnen. Beachte: wenn oben Möhrchen reingeht, aber unten 24 Stunden nichts rauskommt, ist es ratsam, auf ein anderes Gemüse umzusteigen - zum Beispiel auf Kürbis oder Zucchini.

Stop mal kurz! Was ist mit der Regel: Nur ein neues Gemüse pro Woche?

Dass nur ein Gemüse pro Woche neu eingeführt werden darf, ist überholt. Gut ist, was gut vertragen wird. Und eine monotone Beikost kann auch Allergien nicht vorbeugen, so die Meinung von Ernährungsexperten wie Prof. Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE) der Universitätskinderklinik Bochum. Laut der Experten könnten Eltern schon am zweiten Beikosttag zu einer anderen Gemüsesorte wechseln. Falls das Baby ein Gemüse einmal nicht gut verträgt, dann lieber wieder zu einer Sorte zurückkehren, die dem Baby keine Probleme bereitet hat.

Es muss auch nicht immer alles winzig klein geschnitten werden. Probieren lautet die Devise. Das macht Spaß, fördert das Selbstbewusstsein und ist motivierend. Bild: Shutterstock

Schon mit der Beikost die Lust am Essen wecken? Je früher, desto besser!

  • Babys und Kleinkinder, die viele neue Nahrungsmittel probieren, haben Lust und Freude am Essen.

  • Die Kinder reagieren später weniger ablehnend gegenüber neuen Speisen.

  • Das Essen im Kindergarten, in der Schule oder bei Freunden wird schneller akzeptiert und ist kein Stressfaktor - für alle Beteiligten.

Welches Obst und Gemüse ist stuhlauflockernd, stuhlregulierend und stuhlfestigend?

Hier kommt ein Überblick über bekömmliche, bewährte und gern gewählte Sorten für die ersten Beikostmonate.

  • Möhre
    Pastinake
    Banane
    Heidelbeere
    Geriebener Apfel

  • Kartoffel
    Kürbis
    Süßkartoffel

  • Kürbis
    Zuccini
    Steckrübe
    Aubergine
    Brokkoli
    Erbsen
    Spinat
    Fenchel
    Kohlrabi (nicht zu viel, sonst blähend)
    Spargel (nicht zu viel, sonst blähend)
    Birne
    Apfel (nicht gerieben)
    Aprikose
    Pfirsich
    Pflaume
    Himbeeren

Du bist noch ein wenig unsicher und hast viele Fragen? Die Breieinführung ist ins Stocken geraten und du kommst nicht weiter? Dann könnte eine Beikostberatung das Richtige sein! Oft gibt es Online-Vorträge oder du führst ein Beratungsgespräch per Video-Call. Die Elternschule "Babykurse in Frechen" könnte dir zum Beispiel weiterhelfen!

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Tragesysteme: alles geschnallt?